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Dienstag, 08.03.2022

Weltfrauentag: Warum dieser Tag so wichtig ist

Equal Pay Day am 7. März und Internationaler Frauentag am 8. März

Wählen gehen, ein eigenes Bankkonto eröffnen, den Nachnamen behalten, am Arbeitsplatz gleich behandelt werden: In Sachen Gleichstellung von Mann und Frau ist schon viel erreicht, aber es gibt weiterhin eine Menge zu tun. Am internationalen Frauentag am 8. März wird jährlich auf Gleichberechtigung und Frauenrechte aufmerksam gemacht. Wieso das immer noch wichtig ist, erklärt Sybille Großmann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahaus. „Auch, wenn Frauen mittlerweile in vielen Ländern wählen und studieren dürfen und nicht heiraten müssen, ist eine echte Gleichberechtigung der Geschlechter noch nicht erreicht. Die durchschnittliche berufliche, wirtschaftliche und soziale Situation von Frauen fällt weiterhin oft schlechter aus als die von Männern. Frauen verdienen weniger, sind von Altersarmut bedroht, werden überdurchschnittlich Opfer von Gewalt und arbeiten weiterhin kaum in Führungspositionen “, so die Gleichstellungsbeauftragte. „Der internationale Frauentag ist ein guter Anlass, sich solidarisch zu zeigen und für mehr Geschlechtergerechtigkeit einzustehen – auch vor dem Hintergrund des Überfalls auf die Ukraine, der bei Frauen, Männer und Kindern großes Leid verursacht“, erklärt Großmann weiter.

„Es sind doch alle längst gleichberechtigt!“  Diesen oder ähnliche Sätze hört man häufig. Leider ist die Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern immer noch ein Thema und wird durch die Pandemie eher mehr als weniger. Während der Pandemie sind und waren es vor allem Frauen, die neben ihrem Job im Homeoffice noch die Betreuung und das Homeschooling der Kinder übernommen haben. Mütter arbeiten im Vor-Corona-Vergleich in geringerem Stundenumfang als Väter oder verlagern ihre Arbeitszeit häufiger auf den Abend oder das Wochenende, so zeigen es Zahlen des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Ein Beispiel für bestehende Ungerechtigkeit ist der Equal Pay Day (EPD), der in diesem Jahr am 7. März stattfindet. Er markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell in Deutschland 18 Prozent beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 66 Tage (18 Prozent von 365 Tagen), die Frauen zum Jahresanfang unentgeltlich arbeiten müssen.

Der Weltfrauentag hat eine lange Tradition und geht auf die Arbeiterinnenbewegungen von Mitte des 19. bis zum 20. Jahrhundert zurück. Die deutsche sozialistische Politikerin und Frauenrechtlerin Clara Zetkin schlug am 27. August 1910 auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vor. Der erste internationale Frauentag fand dann am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Die politische Forderung war das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Mehr als eine Million Frauen gingen auf die Straße, eine bis dahin beispiellose Massenbewegung. Der Weltfrauentag wird 2022 bereits zum 111. Mal gefeiert.

Gleichstellungsbeauftragte Sybille Großmann