Sprungnavigation

Spinge direkt...

Suchen

Details

Donnerstag, 09.01.2020

Vom Schloss ins Kulturquadrat – Stadtbibliothek feiert ihr 65-jähriges Jubiläum

Geschichte der Stadtbibliothek Ahaus

Die Stadtbibliothek Ahaus feiert im Januar ihr 65-jähriges Jubiläum. In einer kleinen Ausstellung im Foyer der Stadtbibliothek im Kulturquadrat zeigt die Stadtbibliothek  „Schätzchen“ aus den Anfangszeiten der Stadtbibliothek, die damals noch im Schloss zu finden war. „Aus einem rein pädagogischen Konzept der Anfangsjahre hat sich eine breit aufgestellte Kultureinrichtung für alle Ahauserinnen und Ahauser entwickelt. Die Stadtbibliothek heute ist Lernort, Familientreffpunkt, Informationszentrum – kurz, ein Ort der Begegnung “, so zu Klampen.

Nach dem zweiten Weltkrieg gab es im damaligen Kreis Ahaus kirchliche und kommerzielle Leihbüchereien, in denen hauptsächlich Unterhaltungsliteratur angeboten wurde. 1953 zog dann die Schlossbibliothek in das Schloss Ahaus ein, in der außerdem Bücher aus Wissenschaft, Kunst, Wirtschaft, Technik und Politik in den Bestand aufgenommen wurden. „Ostasien denkt anders“ von Lily Abegg war dann die erste Anschaffung der neuen Schlossbibliothek. Die offizielle Eröffnung fand am 22. Januar 1955 anlässlich des 250. Todestags des Ambrosius von Oelde, dem Erbauer des Schlosses, statt. Ein geräumiger Lesesaal, Arbeitstische mit künstlerisch gestalteten Kacheln, Eichenregale, die für einen Bestand von 10.000 Bänden berechnet waren, und ein Zettelkatalog warteten auf die ersten Benutzer. Die jährliche Benutzungsgebühr von 6,-DM zuzüglich einer Ausleihgebühr war für damalige Verhältnisse relativ hoch  - so gab es nur 36 Anmeldungen. Der Kreis Ahaus reagierte schnell und senkte bereits am 14. Juni 1955 die Anmeldegebühr drastisch auf 1,-DM. Damit war der Grundstock für eine positive Büchereientwicklung gelegt und in den folgenden Jahren stiegen der Bestand, die Zahl der Leser und die Entleihungen kontinuierlich an.1970 entliehen 2.788 Leser insgesamt 25.000 Bücher. Da die 345 qm große Schlossbücherei, die über mehrere Räume verteilt war, nicht mehr reichten, erfolgte 1985 der Umzug der Kreisbücherei in das Kreishaus an der Bahnhofstraße. Auf einer Fläche von 1.200 qm über zwei Etagen war nun genügend Platz für ein umfangreiches Medien- und Zeitschriftenangebot mit Abhörplätzen und Leseecken. Ende 1985 ging die erste Büchereileiterin Dipl.- Bibliothekarin Paula Verspohl in den Ruhestand. Ihre immer freundliche Hilfe bei allen Literaturwünschen der kleinen und großen Büchereibenutzer war maßgeblich für das hohe Ansehen der Kreisbücherei. Dipl.- Bibliothekarin Maria zu Klampen, die auch heute noch die Stadtbibliothek leitet, trat ihre Nachfolge an. Durch Kooperation mit den hauptamtlich geleiteten Büchereien auf Kreisebene konnte das Veranstaltungsangebot erheblich verbessert werden und bekannte Autoren wie z. B. Walter Kempowski, Gudrun Pausewang, Paul Maar und Rainer Kunze nach Ahaus geholt werden.

Zum 01. Januar 1992 wurde die Stadt Ahaus Träger der Stadtbücherei. In den folgenden Jahren konnten in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Institutionen und Einrichtungen zahlreiche ungewöhnliche Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt werden. Der bis heute ausleihstärkste Tag war der 08. Dezember 1998 mit 2.817 Entleihungen, die am schnellsten ausverkaufte Veranstaltung war das Tigerentenbasteln im Februar 1996, für das es bereits 5 Minuten nach Öffnung der Bücherei keine Karten mehr gab.

In Sachen Digitalisierung ist die Stadtbibliothek bereits seit vielen Jahren gut aufgestellt. Im Rahmen eines Landesprojektes wurde 2004 die www.muensterland-bibliotheken.de entwickelt. Jetzt konnte der Kunde mit einem Klick abfragen, ob ein gesuchtes Buch in einer von neun Bibliotheken im Münsterland verfügbar ist oder ob es aus einer anderen Bibliothek besorgt werden kann. Mit dem Download-Service muensterload.de ermöglicht die Stadtbibliothek Ahaus in Kooperation mit dreizehn öffentlichen Bibliotheken aus dem Münsterland seit 2010 ihren Kunden die zeit- und ortsunabhängige Nutzung digitaler Medien. Als weiteren Service können die Kunden der Stadtbibliothek nach Registrierung kostenlos die Wissensplattform Munzinger online nutzen. Ob Biografien oder Länderprofile – Munzinger online ist eine zuverlässige Datenquelle. Besonders interessant für Schülerinnen und Schüler ist der kostenlose Zugang und Download der Duden Schülerhilfen.

2014 begannen umfangreiche Umbauarbeiten im ehemaligen Kreishaus und am 31. Januar 2015 schloss die Bücherei an diesem Standort, um für knapp zwei Jahre in die Zwischenlösung an der Wessumer Str. 60 zu ziehen. Hier erfolgte im Februar 2016 die Umstellung auf Selbstverbuchung mit RFID und die Ahaus Card wurde zum aktuellen Kundenausweis.

Nach Fertigstellung des Kulturquadrates fand am 20. Januar 2017 die feierliche Neueröffnung statt. Mit dem speziell für die Bedürfnisse der Bibliothek errichteten Neubau und einer komplett neuen Innenausstattung entstand eine moderne Bibliothek, die alle Besucherinnen und Besuchern mit einer angenehmen Atmosphäre willkommen heißt. Mit über 60.000 Besucherinnen und Besuchern und über 200.000 Entleihungen im Jahr hat die Stadtbibliothek ihre Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Das Veranstaltungsangebot ist vielfältiger geworden: Krimiwerkstatt, Rudelsingen, Vorlesestunden für Kinder und Vorlesestunden für Senioren, Kunstworkshops, Schreibwerkstätten, der Sommerleseclub, Spielen ohne Grenzen als Aktion zur Interkulturellen Woche, Ausstellungen und natürlich auch klassische Autorenlesungen gehören zu den regelmäßigen Angeboten.

Die rein pädagogischen Ansprüche der Anfangszeit der Bibliothek sind den Anforderungen der modernen Gesellschaft gewichen. Gleichbleibendes Ziel ist die Leseförderung der Kinder und Jugendlichen. Unterhaltung, Bildung und Kommunikation sowie eine gute Aufenthaltsqualität stehen als Aufgaben der Stadtbibliothek gleichberechtigt nebeneinander. Die Stadtbibliothek Ahaus ist heute die Kultureinrichtung mit der größten Breitenwirkung in der Bevölkerung und wird auch in Zukunft allen Kundinnen und Kunden mit einem aktuellen Angebot den Zugang zur faszinierenden Medienwelt bieten.

Bibliotheksleitung Maria zu Klampen

Die ehemalige Bibliotheksleitung Paula Verspohl

Einige der ehemaligen Beestandsbücher können aktuell ausgeliehen werden

Alte Ausleihkarten