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Montag, 23.03.2020

Update: Zahl der Menschen in Ahaus mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion bei 44 (Stand 23. März, 16:30 Uhr).

Ahaus/Kreis Borken. - In Ahaus steigt die Zahl der infizierten Menschen seit gestern von 40 auf 44. - Nach den Schul- und Kita-Schließungen wird die Zahlung der Elternbeiträge gestoppt. - Mehr als 300 Freiwillige mit medizinischen Kenntnissen und Qualifikationen haben sich nach dem Aufruf des Kreises Borken am Freitag gemeldet. - Kreis Borken bittet, das strikte Besuchsverbot für Krankenhäuser sowie Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege einzuhalten.

In Ahaus liegt die Zahl der Menschen mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion bei 44 (Stand 23. März, 16:30 Uhr). Das sind vier Personen mehr als gestern. Kreisweit sind heute 295 bestätigte Infektionen verzeichnet, 13 mehr als gestern. Hier die Meldung des Kreises mit Einzelheiten aus den Kommunen.

Weitere wichtige Info des Kreises für alle Eltern: Nach den Schul- und Kita-Schließungen wird die Zahlung der Elternbeiträge gestoppt. "Seit vergangenen Montag (16.03.2020) sind Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und Offene Ganztagsbetreuungsangebote (OGS) sowie die Schulen geschlossen. Durch die Corona-Pandemie erleben die Menschen im Kreis Borken in vielen Bereichen massive Einschränkungen und sind häufig auch in ihrer persönlichen Einkommenssituation betroffen. Im Kreis Borken haben sich alle Kommunen (die 4 Stadtjugendämter und der Kreis für die übrigen 13 Städte und Gemeinden) deshalb auf eine schnelle und unbürokratische Entlastung der Familien verständigt. Die Abbuchung der Elternbeiträge für Kita und Tagespflege wird für den Monat April vorerst gestoppt. Eltern, die bisher per Einzelüberweisung oder Dauerauftrag den monatlich Elternbeitrag überweisen, können die Zahlung ebenfalls für den April aussetzen. Sollte die Schließungszeit länger andauern, verlängert sich auch die Aussetzung der Beitragszahlung. Dies gilt auch für Eltern, die die zentralen Funktionsbereiche des öffentlichen Lebens sicherstellen und deshalb die Notfallbetreuung nutzen.

Kreis und Kommunen wollen in dieser Sache ein schnelles Signal senden, auch wenn eine Reihe von Fragen in der Kürze der Zeit noch nicht geklärt werden können. NRW-Familienminister Joachim Stamp hat bereits erklärt, dass die Landesregierung über die Erstattung von Elternbeiträgen wegen des Betreuungsausfalles nachdenken wolle, jetzt sei aber nicht der Zeitpunkt für diese Diskussion.

Landrat Dr. Kai Zwicker schließt sich dieser Haltung an: „Absolute Priorität haben nun die Maßnahmen zum Gesundheitsschutz. Gleichwohl wollen wir den Familien im Kreis Borken schnell helfen und stoppen die Beitragszahlungen erst einmal. Das ist die einhellige Haltung mit allen Kommunen im Kreis. Die Folgefragen müssen wir später mit allen Beteiligten klären.“ Dabei geht es um rechtliche, politische und auch technische Fragestellungen. Allein das Kreisjugendamt vereinnahmt für die Betreuungsangebote in Kitas und Kindertagespflege fast 600.000 Euro pro Monat."

Nach Angaben des Kreises haben sich inzwischen bereits mehr als 300 Freiwillige mit medizinischen Kenntnissen und Qualifikationen nach dem Aufruf des Kreises Borken am Freitag gemeldet. "Sie haben sich in das Online-Formular auf der Homepage des Kreises eingetragen und ihre Hilfe angeboten. Der Kreis Borken sucht bereits jetzt vorsorglich Freiwillige, um in den kommenden Wochen der Ausbreitung des Coronavirus wirksam begegnen zu können. Landrat Dr. Zwicker freut die große Resonanz: „Sowohl die hohe Zahl der Rückmeldungen als auch die konkreten Hilfeangebote bekunden den großen Wunsch, in dieser schwierigen Zeit füreinander da zu sein und etwas für andere tun zu können“, sagt der Landrat.

Unter den Menschen, die ihre Hilfe anbieten, sind viele, die in pflegerischen Bereichen tätig sind oder waren, die bereits im Rettungsdienst gearbeitet haben, Erfahrungen in der Notaufnahme oder mit Isolierstationen sammeln konnten. Gemeldet haben sich auch Medizinerinnen und Mediziner verschiedener Fachrichtungen, Zivildienstleistende und Medizinstudentinnen und -studenten. Neben den medizinischen Qualifikationen bringen viele der Hilfebietenden auch Fremdsprachenkenntnisse mit.
„Die große Hilfsbereitschaft in unserem Kreisgebiet beeindruckt mich sehr. Sie ist ein starkes Zeichen von Solidarität und zeigt, dass im Kreis Borken die Menschen füreinander da sind“, so Dr. Zwicker.

Die Daten der Hilfebietenden werden beim Kreis Borken aufbereitet. Im Bedarfsfall werden die Freiwilligen dann vom Kreis kontaktiert, um einen möglichen Einsatz zu klären. Bürgerinnen und Bürger mit medizinischen Kenntnissen und Qualifikationen können sich auch weiterhin über das Online-Formular unter www.kreis-borken.de/helfer für die Freiwilligenhilfe registrieren."

Weiter bittet der Kreis Borken darum, das strikte Besuchsverbot für Krankenhäuser sowie Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege einzuhalten: "Im Bocholter Krankenhaus ist gestern (22.03.2020) am späten Abend ein 63-jähriger Patient, der sich dort in chirurgischer Behandlung befand und sich mit dem Coronavirus infiziert hatte, verstorben. Unklar ist, wie es zu der Virusinfektion kam. Ein Eintrag des Virus durch Besucher des Krankenhauses kann nicht ausgeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund bittet Landrat Dr. Kai Zwicker zusammen mit der Leiterin des Kreisgesundheitsamtes Annette Scherwinski erneut eindringlich darum, die ausgesprochenen Zugangsbeschränkungen für die Krankenhäuser sowie für die Einrichtungen der Alten- und Behindertenpflege zu beachten. Landrat Dr. Kai Zwicker: „Nur so können sie vor Coronavirus-Infektionen geschützt werden.“ Anweisungen des Personals der Häuser müsse daher unbedingt gefolgt werden. Bei Zuwiderhandlungen werde unverzüglich die Polizei hinzugezogen, weist der Landrat auf den Ernst der Lage hin.

Kranke, ältere und pflegebedürftige Personen gehören zur Risikogruppe. Sie haben wegen ihrer Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken. Zudem geht es darum, dafür Sorge zu tragen, dass sich das Personal nicht infiziert, um die Versorgung pflege- und betreuungsbedürftiger Menschen nicht zu gefährden."


Die Landesregierung hat ein weitreichendes Kontaktverbot für Nordrhein-Westfalen per Rechtsverordnung erlassen, das heute (23. März 2020) in Kraft getreten ist. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die wichtigsten zentralen Änderungen neben dem weitreichenchenden individuellen Kontaktverbot zusammengefasst:

Stationäre Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
Besuche sind grundsätzlich untersagt, wenn sie nicht der medizinischen oder pflegerischen Versorgung dienen oder aus Rechtsgründen erforderlich sind. Die Einrichtungsleitung soll Ausnahmen unter Schutzmaßnahmen und nach Hygieneunterweisung zulassen, wenn es medizinisch oder ethisch-sozial geboten ist (z.B. auf Geburts- und Kinderstationen sowie bei Palliativpatienten).

Handwerk, Dienstleistungsgewerbe
Handwerker und Dienstleister können ihrer Tätigkeit mit Vorkehrungen zum Schutz vor Infektionen weiterhin nachgehen. Augenoptikern, Hörgeräteakustikern, orthopädischen Schuhmachern und anderen Handwerkern mit Geschäftslokal ist dort aber der Verkauf von nicht mit handwerklichen Leistungen verbundenen Waren untersagt; ausgenommen ist notwendiges Zubehör. Dienstleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern von Mensch zu Mensch nicht eingehalten werden kann (insbesondere von Friseuren, Nagelstudios, Tätowierern, Massagesalons), sind untersagt. Therapeutische Berufsausübungen, insbesondere von Physio- und Ergotherapeuten, bleiben gestattet, soweit die medizinische Notwendigkeit der Behandlung durch ärztliches Attest nachgewiesen wird und strenge Schutzmaßnahmen vor Infektionen getroffen werden.

Handel
Der Betrieb von Bau- und Gartenbaumärkten bleibt zur Versorgung von Gewerbetreibenden und Handwerkern zulässig. Anderen Personen darf der Zutritt nur gestattet werden, wenn zum Schutz vor Infektionen geeignete Vorkehrungen getroffen sind (insbesondere Maßnahmen zur Sicherstellung von Mindestabständen und Schutzvorrichtungen für das Kassenpersonal), unter diesen Voraussetzungen dürfen auch Floristen ihren Betrieb fortsetzen.

Gastronomie
Der Betrieb von Restaurants, Gaststätten, Imbissen, Mensen, Kantinen und anderen gastronomischen Einrichtungen ist untersagt. Die Belieferung mit Speisen und Getränken sowie der Außer-Haus-Verkauf ist zulässig, wenn die zum Schutz vor Infektionen erforderlichen Abstände eingehalten werden. Der Verzehr ist in einem Umkreis von 50 Metern um die gastronomische Einrichtung untersagt.

Veranstaltungen, Versammlungen, Gottesdienste, Beerdigungen
Veranstaltungen und Versammlungen sind untersagt. Ausgenommen sind Veranstaltungen, die der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung oder der Daseinsfür- und -vorsorge (insbesondere Blutspendetermine) zu dienen bestimmt sind. Versammlungen zur Religionsausübung unterbleiben; Kirchen, Islam-Verbände und jüdische Verbände haben entsprechende Erklärungen abgegeben.
Zulässig sind Erd- und Urnenbestattungen sowie Totengebete im engsten Familien- und Freundeskreis.

Bibliotheken
Bibliotheken einschließlich Bibliotheken an Hochschulen haben den Zugang zu ihren Angeboten zu beschränken und nur unter strengen Schutzauflagen (insbesondere Besucherregistrierung mit Kontaktdaten, Reglementierung der Besucherzahl, Vorgaben für Mindestabstände zwischen Lese- und Arbeitsplätzen von 2 Metern, Hygienemaßnahmen, Aushänge mit Hinweisen zu richtigen Hygienemaßnahmen) zu gestatten.

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