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Mittwoch, 08.06.2022

Kita-Betreuung: Ahaus ist Vorreiter in Sachen Familienfreundlichkeit und Flexibilität

Wie ein neues Förderkonzept Familien entlastet erklären Lisa Hilbring und Annette Menker vom Fachbereich Jugend

Die Stadt Ahaus ist Vorreiter in Sachen flexibler Kita-Betreuung und unterstützt die Kindertageseinrichtungen finanziell bei der Umsetzung von bedarfsgerechter flexibler Betreuung. Das neue Förderkonzept, das zum neuen Kindergartenjahr am 1. August 2022 in Kraft tritt, soll so Familien in Ahaus entlasten und die Vereinbarkeit von Familienleben und Beruf verbessern. Annette Menker (stellvertretende Fachbereichsleitung) und Lisa Hilbring vom Fachbereich Jugend erklären das neue Konzept, Julia Rörick-Betz (Leitung Kita Peanuts) und Andreas Harazim (1. Vorstizender Verein zur Förderung junger Eltern e.V., Träger der Kita) berichten aus der alltäglichen Arbeit mit der flexiblen Betreuung.

 

Worum geht es beim neuen Förderkonzept konkret?

Hilbring: Wir wollen mit dem neuen Förderkonzept die Kitas beim Ausbau flexibler Betreuungsangebote unterstützen. Dabei ist das Konzept bewusst so aufgebaut, dass die Einrichtungen weiterhin individuell arbeiten können, wir aber gleichzeitig mit drei verschiedenen Förderkategorien einen Rahmen und Mindeststandards für die Flexibilität in den teilnehmenden Kitas festlegen. Die Träger können ihre flexiblen Konzepte frei entwickeln, so wie es zu ihren Einrichtungen, den Teams und der pädagogischen Arbeit passt. Trotz aller Flexibilität stehen das Kindeswohl und die Pädagogik im Mittelpunkt. Das neue Förderkonzept setzt insbesondere einen Schwerpunkt auf den Ausbau der flexiblen Stundenbuchungsoptionen innerhalb der bestehenden Öffnungszeiten der Einrichtung. Eltern sollen mithilfe der neuen Förderung die Möglichkeit bekommen ihre Betreuungsstunden, 25, 35 oder 45 Stunden freier und individueller nach Ihrem Bedarf einteilen zu können. Mit dem neuen Förderkonzept bauen wir gemeinsam mit den Kitas ein bedarfsgerechtes, das heißt auch zeitsensibles Angebot für Familien in Ahaus noch weiter aus.

 

Wer ist die Zielgruppe des neuen Förderkonzepts?

Menker: Wir sprechen alle Ahauser Kindertageseinrichtungen an – unabhängig vom Träger – und unterstützen die Kitas in der Flexibilisierung der Betreuungsangebote. Das kann z.B. ganz konkret eine Ausweitung der Öffnungszeiten sein, so dass Eltern, die im Schichtdienst arbeiten, ihre Kinder schon ab 7.00 Uhr betreuen lassen können. Zum neuen Kindergartenjahr erfüllen bereits knapp die Hälfte aller Ahauser Kitas die neuen Förderbedingungen und können ihren Eltern mithilfe der finanziellen Förderung der Stadt Ahaus eine noch flexiblere Betreuung anbieten. Die Ergebnisse der Elternbefragung aus vergangenem Jahr werden damit ganz gezielt umgesetzt.

 

Wodurch zeichnet sich eine flexible Kita aus Sicht der Stadt Ahaus aus?

Hilbring: Immer häufiger sind Eltern auf flexible Kita-Betreuung ihres Kindes am frühen Vormittag oder am späten Nachmittag angewiesen oder wünschen sich eine angepasste Betreuungslösung orientiert an den eigenen Arbeitszeiten, z.B. eine Viertagebetreuung. Wir wollen Betreuung so anbieten, wie sie auch benötigt wird. Idealtypische Kennzeichen einer flexiblen Kita sind verlängerte Öffnungszeiten, individuelle Stundenbuchungskonzepte, reduzierte Schließzeiten und sonstige flexible Betreuungsangebote.

 

Wie kann die neue Förderung zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen?

Menker: Bedarfsgerechte Betreuungskonzepte orientieren sich an den individuellen Bedürfnissen von Familien und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Junge Mütter fangen häufig bereits nach einem Jahr wieder an zu arbeiten. Home-Office, Schichtdienste oder auch die zeitlich gebündelte Gleitzeitstellen bei beiden Elternteilen verändern die Betreuungszeiten. Eltern wollen ihr Kind gut betreut wissen in der Zeit wo sie arbeiten, aber auch die Freiheit haben, die freien Zeiten mit ihren Kindern zu nutzen. Wenn die Lebensrhythmen der Familien und die flexiblen Angebote in der Betreuung möglichst gut auf einander abgestimmt sind, tragen wir so zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Entlastung der Ahauser Eltern bei.

 

Warum wird das Konzept als innovativ beworben? Warum bezeichnet sich die Stadt Ahaus als Vorreiter in Sachen flexibler Kitabetreuung?

Hilbring: Unser Konzept ist im Münsterland einzigartig. Wir haben uns im Bereich der Kita-Betreuung ganz deutlich auf die Fahne geschrieben, Vorreiter zu sein und Innovation zu leben. Das neue Konzept regt bewusst Träger dazu an, flexible Betreuungsmodelle zu entwerfen und damit auf einem hohen pädagogischen Niveau zukunftsfähig zu bleiben.

 

Die Kindertagesstätte Peanuts aus Ahaus setzt das neue Konzept bereits um. Wie sind die ersten Erfahrungen aus der Kita-Praxis?

Julia Rörick-Betz: Die Familie von vor 15 Jahren ist einfach eine andere als heute und diese Veränderungen der Lebenswelten spüren auch wir bei den Peanuts deutlich. Wir gehen engagiert auf die Bedarfe der Eltern ein. Unabhängig von dem neuen Förderkonzept haben wir bereits jetzt schon unsere Öffnungszeiten erweitert. Schon ganz bald wird es dann z.B. nur noch eine Schließung der Kita zwischen Weihnachten und Neujahr geben, an den Brückentagen sind wir da – schon bei Bedarf für ein Kind –  und wir erweitern unsere Öffnungszeiten von 7.00 – 17.00 Uhr. Die Flexibilität braucht Engagement und natürlich Organisation. Wir sind als Einrichtung auf diese Strukturen gut eingestellt und freuen uns, dass wir sie nun noch weiter ausbauen können. 

 

Welche Vorteile bringt die flexible Betreuung für Eltern mit sich? Gibt es Nachteile für die Kinder z.B. aufgrund der ausgeweiteten Bring- und Abholzeiten?

Andreas Harazim: Für mein Kind möchte ich eine verlässliche Betreuung, die aber keine reine „Aufbewahrung“ ist. Ich weiß, dass die flexiblen Zeiten mit Aufwand für das Team der Kita verbunden sind, sehe aber auch, dass es hier bei den Peanuts dennoch zahlreiche besondere Angebote gibt und das Team äußerst engagiert und motiviert ist. Die Rückmeldungen, die wir als Elternvertretung erhalten, sind durchweg positiv. Durch die ausgeweiteten Öffnungszeiten und wenige Schließtage sind wir als Familie flexibler, sind z.B. nicht auf die oft teuren Sommerferien als Urlaubszeit angewiesen.

 

 

Weitere Informationen zum Förderprogramm:

Informationen zur Förderung haben die Mitarbeitenden des Fachbereichs Jugend auf der Website der Stadt Ahaus zur Verfügung gestellt. Eltern und auch Kitas können sich gerne auch direkt bei Lisa Hilbring (l.hilbringnoSpam@noSpamahaus.de oder Tel.: 02561 / 72377) über das neue Konzept informieren.

Das Konzept wurde vor dem Hintergrund der Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) entwickelt. Hierzu sollen geeignete Angebote entwickelt und erprobt werden, die durch erweiterte Öffnungszeiten und Betreuungsmöglichkeiten in Randzeiten Eltern und Familien entlasten und unterstützen

v.l.n.r. Andreas Harazim (1. Vorsitzender Verein zur Förderung junger Eltern e.V., Träger der Kita), Sabrina Füchter (Erzieherin) Lisa Hilbring (Fachbereich Jugend), Annette Menker (stellvertretende Fachbereichsleitung Jugend), Werner Leuker (Beigeordneter), Julia Rörick-Betz (Kita-Leitung) und Christina Armbrust (Kassenwartin des Trägervereins) gemeinsam mit Kita-Kindern auf dem Spielplatz der Kita Peanuts

v.l.n.r. Andreas Harazim (1. Vorsitzender Verein zur Förderung junger Eltern e.V., Träger der Kita), Sabrina Füchter (Erzieherin) Lisa Hilbring (Fachbereich Jugend), Annette Menker (stellvertretende Fachbereichsleitung Jugend), Werner Leuker (Beigeordneter), Julia Rörick-Betz (Kita-Leitung) und Christina Armbrust (Kassenwartin des Trägervereins) gemeinsam mit Kita-Kindern auf dem Spielplatz der Kita Peanuts