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Montag, 08.03.2021

Internationaler Weltfrauentag am 8. März findet zum 110. Mal statt

Gleichberechtigung in vielen Bereichen noch nicht erreicht

Ist der Internationale Weltfrauentag nach 110 Jahren eigentlich noch zeitgemäß? Mit einem deutlichen „Ja“ kann die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ahaus Sybille Großmann auf diese Frage antworten!

„Zwar wurde in den vergangen Jahrzehnten viel erreicht – so durften Frauen z.B.  bis 1977 nur mit Erlaubnis des Ehemanns arbeiten – dennoch gibt es immer noch strukturelle Benachteiligung von Frauen. Am 8. März wird weltweit auf Gleichberechtigung und Frauenrechte aufmerksam gemacht und auch wir wollen diesen Tag nutzen, um auf die Wichtigkeit und Aktualität der Gleichstellung hinzuweisen“, so Großmann.

Veranstaltungen zu dem Thema werden in diesem Jahr aufgrund der Pandemielage nicht stattfinden können – dabei ist die Gleichberechtigung besonders durch Corona aktuell besonders in Gefahr, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. In der Pandemie verschärft sich die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern: Frauen reduzieren häufiger ihre Arbeitszeit, ihr Anteil an der Sorgearbeit nimmt noch weiter zu. Viele Frauen arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. Sie sind besonders von Einkommenseinbußen betroffen, die sie durch Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit erfahren. Da Frauen durchschnittlich 19% weniger verdienen als Männer, sind sie häufiger von Altersarmut betroffen. Das Steuerrecht fördert die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Frauen (Ehegattensplitting) nicht und Alleinerziehende müssen vergleichsweise hohe Steuern zahlen.

Auch eine spürbare Verbesserung von Frauen in Führungspositionen in Politik und Wirtschaft  ist nicht erkennbar. Die Zahlen stagnieren, Frauen stoßen noch immer an die „gläserne Decke“. In den Parlamenten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind Frauen noch nicht adäquat vertreten. „All diese Bereiche zeigen, dass der Internationale Frauentag noch immer wichtig ist. Er macht auf die fehlende Gleichberechtigung aufmerksam und fordert die Rechte der Frauen international ein“, sagt Sybille Großmann.

Sybille Großmann