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Freitag, 27.03.2020

Beisetzung gefundener Gebeine aus historischem Ahauser Beinhaus

Funde aus 2019 werden am Montag, 30. März auf dem alten Friedhof am Rotering bestattet.

Im Oktober 2019 waren Bauarbeiter im Rahmen der Verlegung der Trafo-Station am Beckers Brink auf zahlreiche menschliche Knochen gestoßen. Notwendige Erdarbeiten außerhalb der heutigen Begrenzung des alten Friedhofs hatten diese freigelegt. Die Gebeine werden am kommenden Montag (30. März) bestattet – begleitet von Pastor Stefan Jürgens und Pfarrer Olaf Goos sowie im Beisein eines Vertreters der Stadt Ahaus.

Erste Vermutungen, dass hier unwissentlich eines der Massengräber, die nach den schweren Bombardements im März 1945 angelegt worden waren, angegraben worden sei, bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht. Die hier gefundenen und sorgfältig aufgelesenen Knochen sind wesentlich älter und stammen aus dem 1820 abgerissenen Beinhaus, das an der Längsseite der alten Kirche stand, die 1863 beim großen Stadtbrand zerstört wurde.

Bereits 1806 wurde aufgrund der Neuerungen im Gesundheitswesen der nachnapoleonischen Zeit aus hygienischen Gründen die Neugründung des Friedhofes außerhalb des Stadtgebietes verordnet. Das aus diesem Grunde geräumte Beinhaus an der Kirche wurde gemäß einem Schriftwechsel aus dem April 1820 zwischen Bürgermeister Hüger und dem Landrat in der Folge als Spritzenhäuschen genutzt.

Was mit den Knochen aus dem Beinhaus geschehen ist, ist in dem im Archiv der Stadt Ahaus vorhandenen Schriftwechsel bezüglich des Spritzenhauses nicht aufgeführt. Doch ist eine Umbettung auf den neuen Friedhof sicher die naheliegende Entscheidung gewesen. Die Lage am Rande des neuen Begräbnisplatzes, auf dem erst wenige Gräber – vermutlich in der Mitte im Bereich des großen Kreuzes – seit der Gründung vorhanden waren, störte nicht weiter und geriet im Laufe der folgenden zwei Jahrhunderte in Vergessenheit. Letzteres führte auch dazu, dass niemand Anstoß daran nahm, dass die Grenzen des Friedhofs in dem vermeintlich ungenutzten Bereich verändert wurden, um u. a. Platz für die Trafo-Station zu haben.