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Montag, 11.11.2019

Ahauser/innen gedenken der jüdischen Familien aus Ahaus

Am Standort der ehemaligen Ahauser Synagoge

Viele Ahauser Bürgerinnen und Bürger waren am Samstagabend der Einladung der Stadt und der Anne-Frank-Realschule gefolgt und trafen sich zu einer einstündigen Gedenkfeier am Standort der ehemaligen Ahauser Synagoge.

Mehr als 22 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 10 erinnerten mit Texten und Fotos an das Leben und das Schicksal unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die Opfer des Nationalsozialismus wurden.

Hermann Löhring, der bis 2016 selbst Lehrer an der Anne-Frank-Realschule war, unterstützte die Schülerinnen und Schüler und seine ehemaligen Kolleginnen Marina Bockhoff und Nina Zukunft dabei tatkräftig.

Die Frage, ob man sich in Deutschland als Jude überhaupt noch sicher und heimisch fühlen kann, ist gerade jetzt nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle wieder aktuell und wirft unweigerlich Parallelen zu den Anschlägen aus dem Jahr 1938 auf.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 war die Ahauser Synagoge in Brand gesetzt und zerstört worden. Jüdische Mitbürger wurden danach deportiert und ermordet, es blieb nur die Flucht.

Mit Textbeiträgen und Berichten wurde an die Anschläge auf die Synagoge in Ahaus in den Jahren 1934 und 1938 erinnert, bevor das Schicksal Erich Gottschalks näher beleuchtet wurde. Ihm war die Flucht über die Niederlande nach Palästina gelungen. Erich Gottschalk war der einzige, der nach Krieg und Holocaust und trotz der Ermordung seiner Familie und Freunde wieder für einige Jahre nach Ahaus gezogen war. „An Ahaus hat er trotz allem gehangen.“ Dieses Zitat seines Sohnes Josef bewegte die Teilnehmer sehr.

Im Anschluss liefen die Teilnehmer/innen der Gedenkfeier gemeinsam zur Gedenkstätte am Sümmermannplatz, um dort der verfolgten und ermordeten Familien zu gedenken.

Ahauser/innen gedenken der jüdischen Familien aus Ahaus