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24. August 2026

Grenzenlos: Geschichte wird lebendig – Studierende präsentieren Forschungsergebnisse

Abschlussveranstaltung des Praxisseminars zur deutsch-niederländischen Grenze am 16. September in der Villa van Delden

Symbolbild "Grenzenlos"
Symbolbild "Grenzenlos"
© Gemeindearchiv Südlohn

Die deutsch-niederländische Grenze: Was heute selbstverständlich erscheint, war in der Vergangenheit immer wieder Gegenstand von Konflikten, Kontrollen und politischen Entscheidungen – aber ebenso von Begegnungen, Austausch und grenzüberschreitendem Alltag.

Einblicke in die verschiedenen Facetten einer Grenzregion geben Studierende der Universität Münster bei der Abschlussveranstaltung des Praxisseminars „Grenzenlos. Die deutsch-niederländische Grenze als Kontakt- und Konfliktzone“ am 16. September 2026 in der Villa van Delden in Ahaus. In unterschiedlichen Präsentationsformaten stellen sie ihre Forschungsergebnisse vor und nehmen das Publikum mit auf eine historische Spurensuche durch das Westmünsterland. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Von der historischen Quelle zur eigenen Forschung
In den vergangenen Monaten haben sich die Studierenden intensiv mit der Geschichte der deutsch-niederländischen Grenzregion auseinandergesetzt. Unterstützt wurden sie dabei von der Universität Münster, dem Stadtarchiv Ahaus, dem Stadtarchiv Stadtlohn, dem Gemeindearchiv Südlohn sowie dem Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e. V.

Im Mittelpunkt des Praxisseminars stand das forschende Lernen: Statt Geschichte ausschließlich aus Lehrbüchern kennenzulernen, arbeiteten die Studierenden unmittelbar mit historischen Quellen. Sie untersuchten Akten, Karten, Pläne, Zeitungen und Fotografien und entwickelten daraus eigene Fragestellungen. Die Ergebnisse dieser individuellen Forschungsprojekte werden bei der Abschlussveranstaltung erstmals einem interessierten Publikum präsentiert.

Grenzen, die Menschen verbinden und trennen
Dabei wird deutlich: Die Grenze ist weit mehr als eine Linie zwischen zwei Staaten. Im Seminar untersuchten die Studierenden unterschiedliche Formen von Grenzen – von der heutigen Staatsgrenze und historischen Territorialgrenzen bis hin zu Sprach-, Kultur- und Konfessionsgrenzen.

Die Forschungsthemen zeigen, wie vielfältig die Geschichte der Grenzregion ist. Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Missionsstation in Oeding, der Grenzsicherung im Amt Ammeloe während des Ersten Weltkriegs und den Abschiebungen Staatenloser im Raum Südlohn, Stadtlohn und Vreden. Weitere Projekte widmen sich den Auswirkungen der Flutkatastrophe von 1953 auf das Grenzgebiet und den unterschiedlichen Folgen der deutschen und niederländischen Drogenpolitik in den 1980er-Jahren.

Geschichte vor Ort erleben
Auch die Region selbst wurde zum Forschungsort. Bei einer Exkursion nach Vreden und Oeding suchten die Studierenden historische Spuren unmittelbar im Gelände. Sie erkundeten natürliche Grenzen wie Venn und Flüsse, entdeckten historische Grenzsteine und beschäftigten sich mit den früheren Einrichtungen des Zolls. Das ehemalige Zollamt Gaxel und historische Zollhäuser in Oeding wurden dabei ebenso zu Stationen der Spurensuche wie die sichtbaren und weniger sichtbaren Spuren des Schmuggels.

Diese Erfahrungen fließen in die Abschlusspräsentationen ein. Das Publikum darf sich daher nicht nur auf historische Fakten freuen, sondern auch auf Geschichten, Entdeckungen und überraschende Perspektiven auf die eigene Region.

Forschungsergebnisse einmal anders: History Slams
Besonders spannend wird die Veranstaltung u.a. durch History Slams, mit denen einige Studierende ihre Forschungsergebnisse präsentieren. In kurzer, pointierter und unterhaltsamer Form bringen sie historische Themen auf die Bühne und zeigen, dass wissenschaftliches Arbeiten und lebendige Vermittlung kein Widerspruch sein müssen.

Die Abschlussveranstaltung bietet damit einen besonderen Einblick in die Arbeit des Praxisseminars – und zugleich die Gelegenheit, das Westmünsterland als deutsch-niederländische Grenzregion aus neuen Blickwinkeln kennenzulernen. Am 16. September 2026 um 18:00 Uhr heißt es in der Villa van Delden in Ahaus deshalb: Begeben Sie sich auf historische Spurensuche und entdecken Sie die Grenze neu!