06. Juli 2026
Ratsmitglied Steffi Dünne vertritt Stadt Ahaus bei Gedenkreise in Riga
Gedenkreise des Riga-Komitees setzt Zeichen gegen das Vergessen





Auf Einladung des Riga-Komitees ist das Ahauser Ratsmitglied Steffi Dünne am 1. Juli zu einer mehrtägigen Gedenk- und Erinnerungsreise nach Lettland gereist. Im Mittelpunkt der fünften Fahrt des europäischen Städtebündnisses standen das Gedenken an die Deportation und Ermordung jüdischer Menschen vor 85 Jahren sowie das 25-jährige Bestehen der Gräber- und Gedenkstätte Riga-Bikernieki. Gemeinsam mit 44 Delegierten aus 34 Mitgliedsstädten vertrat Dünne die Stadt Ahaus bei den offiziellen Zeremonien in der lettischen Hauptstadt.
Ein zentraler Programmpunkt der Reise war der gemeinsame Besuch der Gedenkstätte Riga-Bikernieki am vergangenen Freitag. An diesem historischen Ort mit 55 Massengräbern befindet sich auch die Gedenktafel der Stadt Ahaus. Sie erinnert an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger, die aus Ahaus nach Riga deportiert und dort ermordet wurden. Im Rahmen der Gedenkfeier legte Dünne dort eine Rose nieder. Zuvor besuchte die Delegation, zu der auch die Kommunen Stadtlohn, Südlohn, Bocholt und Viersen gehörten, am Donnerstag weitere historische Gedenkorte wie Rumbula, den Bahnhof Skirotova und die Überreste des Konzentrationslagers Jungfernhof. Begleitet vom Direktor des Museums der Juden in Lettland, Ilya Lensky, kam es dort zu Begegnungen mit Kindern von Holocaust-Überlebenden.
Ein prägender Moment der Reise war die offizielle Gedenkveranstaltung zum lettischen Holocaustgedenktag an der Ruine der Großen Choral-Synagoge, an der unter anderem der lettische Ministerpräsident teilnahm. Am Rande der Zeremonie bot sich für Steffi Dünne die Gelegenheit, mit dem 100-jährigen Holocaust-Überlebenden Marģers Vestermanis persönlich ins Gespräch zu kommen. „Die Gedenk- und Erinnerungsreise war eine sehr eindrucksvolle und bewegende Erfahrung“, so Dünne nach ihrer Rückkehr. „Sie hat mir noch einmal gezeigt, wie wichtig das Erinnern und Gedenken an die Opfer des Holocaust auch heute noch ist.“
Organisiert wurde die Reise vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Ahaus ist seit 2015 Mitglied im Riga-Komitee des Vereins.