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20. April 2026

Pflanzen-„Impfung“ im Praxistest: Stadt Ahaus startet Pilotprojekt im Hohen Kamp

Innovativer Wirkstoff soll Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegen Klimastress nachhaltig steigern

Im neuen Grünzug im Ahauser Baugebiet „Hoher Kamp“ werden aktuell Pflanzen widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse gemacht. In einem Feldversuch testen Forschende der Universität Münster dort in Zusammenarbeit mit der Stadt Ahaus ein neuartiges Pflanzenstärkungsmittel, das wie eine „Impfung“ für die Pflanzen wirkt. Ziel des Projekts ist es, öffentliches Grün durch biologische Mechanismen krisenfest gegen zunehmende Hitze- und Trockenperioden sowie Krankheiten zu machen.

Bei dem eingesetzten Mittel handelt es sich um ein Biostimulanz auf Basis von Chitosan, einer Substanz, die aus den Schalen von Krustentieren wie Krabben gewonnen wird, einem Abfallprodukt aus der Fischerei. Der Wirkstoff wurde von dem münsterischen Start-up NURICOS biosolutions entwickelt, das aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Bruno Moerschbacher am Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen hervorgegangen ist. Das Forschungsteam Dr. Anne Vortkamp, Dr. Carolin Richter und Dr. Philipp Lemke nutzt dabei sogenannte Elicitoren. Diese signalisieren der Pflanze eine drohende Gefahr, woraufhin sie ihre natürliche Immunantwort aktiviert und Schutzproteine bildet, ohne tatsächlich erkrankt zu sein. Dieser „Trainingseffekt“ bereitet die Gewächse optimal auf Umweltstress vor.

Der Versuchsaufbau im Grünzug „Hoher Kamp“ ist auf Vergleichbarkeit ausgelegt: Eine Hecke wurde mit dem Einsatz des Mittels gepflanzt, während auf der gegenüberliegenden Seite des Weges eine Hecke ohne den Wirkstoff als Kontrollgruppe dient. Durch diesen Vergleich unter realen Standortbedingungen lässt sich die Effektivität der Behandlung evaluieren. Erste Ergebnisse zur Vitalität und zum Anwuchserfolg werden in drei bis vier Monaten erwartet.